Die Sprache ...
Oft ist von der Angelisierung der deutschen Sprache die Rede. Man sollte aber bedenken, dass die englische Sprache selbst eine Mixtur aus vielen Sprachen ist ...
Schließlich haben die Kelten, Römer, Angeln, Sachsen, Wikinger (Norweger und Dänen) und zuletzt die Normannen (eine in Frankreich ansässige und ‘irgendwie’ französisch sprechende Horde von Nordmännern) ihre Spuren hinterlassen.
Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Schreibweise und Aussprache oft gemischt um sich dann wieder auseinander zu entwickeln - was es für den Nichtbriten manchmal etwas schwierig macht ...
Schon Asterix wußte, dass die Briten ein lustiges und merkwürdiges Volk sind - sind sie nicht?
Leider gehören die Inselbewohner nicht zu den Fremdsprachenkünstlern dieser Welt und beherrschen meist nur - mehr oder weniger - ihre eigene Sprache; aber eines muss man ihnen lassen: Sie werden versuchen Sie zu verstehen; selbst wenn Ihre Worte nur im Ansatz als englisch zu erkennen sind!
 
 
Die Aussprache ...
Selbstverständlich haben auch die Briten Dialekte und an der Aussprache erkennt man viel stärker als im Deutschen welcher sozialen Schicht der Sprecher angehört. Wer (als Engländer) die falsche Aussprache hat, dem ist der Aufstieg auf der Karriereleiter oft schon verbaut ...
Die Menschen in Nordengland und Schottland sprechen teilweise eher wie Deutsche, die Englisch aus Bücher ohne die richtige Aussprache gelernt haben.
Da wird ‘have’ zu ‘haw’ oder ‘you’ zu ‘jou’ bzw. ‘jer’...
Als Faustregel gilt: Betonen (ziehen) Sie Vokale oder verschlucken Sie sie.
 
Dann hört sich’s halbwegs englisch an ...
Ich habe hier mal ein paar Wörter und ihre ‘normale’ Aussprache aufgelistet ...
 
Pub = pub (nicht pap!!!)
Police = P(e)líß
 
Städtenamen:
Bournemouth = Boohnmß
Derby = Daa(r)bi
Isle of Man = Eil emään
Leichester = Leste(r)
Leominster = Lemste(r)
London = Land(e)n
Norwich = Noridj
Shrewsbury = Schruusb(e)ri / Schrousb(e)ri
Shropshire = Schropsche(r)
St. Leonhard’s = ßeint Lenaa(r)ds
Warwick = Worrick
Worchester = Wuusta(r)
 
 
Wortwahl ...
Nach dem Abfall der Kolonien (weitgehend als USA bekannt) hat sich dort eine eigene Sprache entwickelt, die nicht nur anders klingt, sondern oftmals auch andere Worte und Schreibweisen verwendet (viel mehr zu diesem Thema findet man in der englischen Grammatik). Es könnte also sein, dass Ihr mühsam gelerntes Vokabular auf der grünen Insel auf Unverständnis stößt. Turnschuhe heißen nicht tennis-shoes, sondern trainers!
 
 
Antworten ...
Der Preuße ist es gewohnt auf eine Frage knapp mit ‘ja’ oder ‘nein’ zu antworten.
Der Brite hingegen antwortet lieber mit ‘Nun, oh ja, vielen Dank, wirklich’, also: ‘Well, oh yes, thank you very much indeed’ ...
Es gilt die Faustregel: Beantworten Sie eine Frage NIE nur mit ‘yes’ oder ‘no’.
Das gilt als äußerst unhöflich - auch wenn man es Ihnen als Kontinentaleuropäer meist nachsieht. Deshalb sollte ein ‘No, thank you.’ ‘Yes, I do’ ‘No, I haven’t’ sollte schon drin sitzen ...
 
 
Dates und Appointments ...
Im Deutschen benutzt man das Wort ‘Date’ mittlerweile für jegliche Art von Treffen.
Im Englischen jedoch macht man ‘Dates’ mit jemandem, mit dem man etwas hat, oder gerne etwas haben würde. Es enthält also eine sexuelle Komponente.
Bei unverfänglichen privaten oder geschäftlichen Zusammenkünften spricht man hingegen von ‘apointments’ (to have an appointment)!
 
Im Deutschen unterscheiden wir bei Freunden zwischen den Geschlechtern, nicht aber zwischen Art der Freundschaft. Spricht ein Mann von seiner Freundin kann es eine ‘Kumpelin’, aber auch seine Lebensgefährtin sein.
Geht es im Englischen um nichtsexuelle Freundschaft, unterscheidet man die Geschlechter nicht. ‘Friend’ kann Freund, aber auch Freundin bedeuten.
Girl- bzw. boyfriend nennt man normalerweise den nicht ehelichen Partner! Seien Sie also vorsichtig; sonst schaut man Sie vielleicht merkwürdig an, wenn Sie als Frau ihre ‘beste Freundin’ als ‘girlfriend’ bezeichnet ...