Straßenverkehr ...
Meist ist es so, dass der Brite dem Kontinentaleuropäer gegenüber höchst rücksichtsvoll und zuvorkommend ist. Auch wenn sich viele Engländer über die rüden Sitten auf den Straßen beschweren, sind diese dennoch viel besser als die deutschen Sitten ...
Es ist mir des öfteren passiert, dass Menschen die eigentlich die Vorfahrt hatten mir dieselbe ließen (obwohl ich mit meinem Motorrad nicht als Hunne zu entlarven war). Zusätzlich wurde mir noch ein nettes Winken zuteil.
Zebrastreifen sind in England heilig. Halten Sie also an, wenn ein Fußgänger den Zebrastreifen überqueren will. Vorfahrtsschilder gibt es so gut wie keine. Meist sind einfach weiße Markierungen auf die Straße gemalt. Und wenn es schneit, werden Sie fragen... Anders als in Deutschland gilt in England die Faustregel, dass die größere Straße auch Vorfahrt hat ...
 
Es empfiehlt sich eine Meilen-Kilometer Umrechnungstabelle ins Cockpit zu kleben. Als Faustregel gilt: Innerorts 50km/h, auf Landstraßen 100km/h und auf der Autobahn 120 km/h. Das kann man sich leicht merken. Die Werte sind zwar etwas zu hoch, aber damit werden Sie nicht geblitzt. Fahren Sie aber nicht schneller!!! Englische Knöllchen können sehr teuer werden!
Achtung Biker! Geblitzt wird übrigens in Britannien von hinten!!! Dafür wird aber netterweise meist mit Schildern vor den Kästen gewarnt.
 
Das “A” steht übrigens für Landstraßen. Die Autobahnen heißen “M” wie Motorway. Die Landstraßen sind nicht mit den deutschen zu vergleichen. Dafür sind die motorways spitze! Die Auf- bzw. Abfahrten sind lang und gerade. Man kann also gut beschleunigen. Außerdem sind die Motorways dreispurig und dank des Tempolimits stressfreier als unsere Autobahnen.
 
Woran merkt man, dass man in Wales ist? Natürlich an den unaussprechlichen Städtenamen. Aber auch an etwas anderem! In England ist das Verhältnis von Ampeln zu Kreisverkehren genau umgekehrt wie in Deutschland. Wales grenzt sich hier eindeutig ab. Sie haben das selbe Verhältnis wie wir Deutschen.
 
 
Kreisverkehr...
Zum Glück nimmt die Anzahl der Kreisverkehre in Deutschland immer mehr zu. Trotzdem ist und bleibt England das Mutterland des Kreisverkehrs. Wer sich nach ein oder zwei Wochen Englandreise einmal an den Kreisverkehr gewöhnt hat wird mir zustimmen, dass der Kreisverkehr eine geniale Erfindung ist.
Hat man sich verfahren, dreht man einfach am nächsten Kreisverkehr um. Weiß man nicht genau wohin, kann man auch mal zwei Runden im Kreis drehen ...
 
Ich weiß nicht ob es im englischen Straßenverkehrsrecht so verankert ist, aber die Briten blinken anders ...
Seit Januar 2001 dürfen (sollen) wir in Deutschland gar nicht mehr blinken, wenn wir in den Kreisverkehr fahren. Die Inselbewohner machen das anders. Sie blinken in die Richtung in die sie eigentlich wollen! Da man bei zweispurigen Kreisverkehren auf die innere Spur fährt wenn man geradeaus oder nach rechts will, können die anderen Verkehrsteilnehmer ihre Spur entsprechend wählen. Will man nach links und kommt ein Auto von rechts, das nach rechts will, fährt man einfach. Es wird die Innenspur benutzen ...
Achtung im Süden! Da es dort von Touristen wimmelt, geht alles drüber und drunter! Die kleinsten Kreisverkehre bestehen gerade mal aus einem zwei Meter großen weißen Punkt mit Pfeilen drum herum. Gerade Motorradfahrer werden Kreisverkehre nach kurzer Zeit lieben. Gas geben und durch! Das ist ein Feeling!
 
 
Linksverkehr ...
Also ich hatte nie Probleme mit dem Linksverkehr ...
Mit dem Motorrad ist es eh nicht so schlimm, da man auf der richtigen Seite sitz und auch die Sicht in die Spiegel so ist wie immer ...
Für Autofahrer gilt die goldene Regel: Der bessere Beifahrer wird Beifahrer. Es ist Gold wert wenn man jemanden neben sich hat, der (die) Karten lesen kann, weiß wo man ist, wo man hin will und der ab und zu darauf achtet, ob man auch auf der richtigen Straßenseite fährt.
Der Linksverkehr ist viel schlimmer, wenn man Fußgänger ist. Schon im Kindergarten wurde uns links-rechts-links-und-dann-gehen beigebracht. Und dann kommt das Auto in England auf der verkehrten Spur!